Cover overlay

Geschichte des Bandlkramer

Wien Museum Online Sammlung 94535_3

Der Bandlkramer – das Bandlkramerlandl

„Bandl, Zwirn kaaft´s! Bandl, Zwirn kaaft´s!“ Diesen eintönigen Ruf, mit dem die „Bandlkramer“ ihre Waren feilboten, konnte man noch vor 100 Jahren überall in den Orten, bei festlichen Gelegenheiten und Kirtagen, ja sogar in der Großstadt Wien, hören. Mit dem „Kraxen“ am Rücken, in dem sie ihre Waren, Köperbänder, Schuhbänder, Zwirn, Kämme, Druckknöpfe und vieles mehr aufbewahrten, zogen diese Händler nicht nur in die Orte des Waldviertels, sondern hausierten weit hinaus in die Länder des ehemaligen Kaiserreiches. Sie kamen in die entferntesten Täler der Alpenländer, ebenso in die entlegensten Ortschaften der Karpaten, des Riesen- und Erzgebirges, ja sogar weit hinüber über die Staatsgrenzen in die Balkanländer.

Fragt man die Bandlkramer, wo sie herkommen, so antworteten sie mit Stolz: „Unser Heimatort ist Groß-Siegharts.“ Die ganze Gegend um diese Stadt wurde als „Bandlkramerlandl“ bezeichnet. Manche Häuser in Groß-Siegharts hatten mehr als 20 Handwebstühle in Betrieb, auf denen hauptsächlich Zwirnbänder hergestellt wurden. Groß-Siegharts ist heute Mittelpunkt der Waldviertler Textilindustrie.

Der Aufschwung des Ortes begann mit dem Kauf des Gutes Siegharts durch Johann Peter von Mallenthein im Jahre 1682. Er machte es sich zum Ziel, den Ort so groß zu machen, dass er 1.000 Häuser zählen sollte. Er sagte: „Bald wird man Siegharts Milledom (Tausendhaus) nennen können.“ Um diesen Plan zu erfüllen, gründete er die Band- und Seidenwebereien, die den Ort bekannt und ihn schließlich zum Mittelpunkt des „Bandlkramerlandls“ machten. Graf Mallenthein rief dazu viele Leute aus dem Schwabenland herbei, die meist Feinweber waren und sich hier ansiedelten. Die Schwabengasse erinnert heute noch an sie.

Die Nachfolger des Grafen Mallenthein, besonders die Edlen von Grosser, führten das Werk des Verstorbenen fort. Rasch wuchs die Zahl der Textilwarenbetriebe und immer mehr Leute zogen aus der Umgebung in den Markt, wo man Arbeit und Verdienst fand.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte der Markt bereits über 3.000 Einwohner und war damit einer der größeren Orte des Waldviertels.

Bandlkramer Heute

Der Tourismus und Verschönerungsverein Bandlkarmerlandl Groß-Siegharts hat sich zur Aufgabe gemacht die Geschichte Groß-Siegharts erlebbar zu machen. Dazu ziehen die Bandlkramer zur Promotion der Stadt und der Region in die Welt hinaus zu den verschiedensten Veranstaltungen.

In Historischer Kleidung nachempfunden der Bürgerlichen Tracht von 1850 und den typischen Bauchladen.
gerne kommen wir auch zu Ihrer Veranstaltung. Kontakt:  Rudolf Wurth  rudolf.wurth@hotmail.com